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Fröhliche Alltagsspiritualität

Bild von Joe auf Pixabay

Ein Fest der Auferstehung

Das große Fest der Auferstehung, dass wir in der Osternacht feiern, dürfen wir auch in den kleinen Dingen des Lebens bewusster erfahren und gestalten. 
Jeder Tag ist ein neuer Anfang. Und jeden Morgen, wenn wir erwachen und aufstehen, können wir einen Moment innehalten und Gott für den neuen Tag danken.
Das morgendliche Aufstehen ist ein heiliger Moment, den wir oft im Halbschlaf gar nicht richtig wahrnehmen. Manchmal ist es von einem schönen Morgenhimmel begleitet, der uns anrührt wie die farbenfrohen Sonnenuntergänge.
Alle Schwellensituationen in unserem Leben symbolisieren den „großen Übergang“, ob wir durch eine Tür gehen oder aus dem Land der Träume in die Wirklichkeit zurückkehren.
Auch die Schöpfung Gottes ist im Frühling erfüllt vom Geist der Auferstehung: Das frische Grün der Sträucher und Bäume, das Blütenmeer in vielen Farben, der Gesang der Vögel, das neue Leben im Reich der Tiere, die ihre Jungen zur Welt bringen. 
Lesen wir bewusst in den beiden großen Büchern, die Gott uns anvertraut hat: 
In der Frohen Botschaft und im Buch der Schöpfung.
Wenn wir jeden neuen Tag als Fest der Auferstehung feiern möchten, ist es wichtig, abends den alten Tag spürbar zu verabschieden.
Das Geheimnis von Tod und Auferstehung ist eng miteinander verbunden.
Der Volksmund sagt: „Der Schlaf ist der kleine Bruder des Todes.“ 
Deshalb ist es gut, abends nicht nur die Kleider abzulegen, sondern auch alles, was uns innerlich bewegt und Gott vor dem Einschlafen alles Vergangene anzuvertrauen, es wirksam in seine Hände zu legen. 
Das heißt auch, den alten Tag sterben zu lassen, mit allem, was geschehen ist. Vielleicht blüht uns dann ein ganz anderer neuer Morgen…
Wir können jeden Abend und jeden Morgen das Geheimnis von Tod und Auferstehung „einüben“, besonders im Frühling, und dann sind wir gut vorbereitet, wenn der Tag kommt, der keinen mehr Abend kennt.

Bild von NGUYEN VAN PHU auf Pixabay

Frühlingserwachen

Die Boten des Frühlings sind mitten unter uns: Die Vögel singen am Morgen, die Kraniche sind aus dem Süden heimgekehrt, Schneeglöckchen und Krokusse strecken ihre Blüten aus der noch winterkalten Erde. 
Bald werden auch die Obstbäume blühen:
„Freunde, dass der Mandelzweig wieder blüht und treibt, ist das nicht ein Fingerzeig, dass die Liebe bleibt?“, dichtete Schalom Ben Chorin in Zeiten, die Worte der Hoffnung brauchten wie die unsere.
Der anbrechende Frühling nimmt uns mit hinein in den Aufbruch der Liebe und des Lebens. Dazu gehört auch der Frühjahrsputz, den wir nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich vollziehen dürfen. Auch unser Körper und unsere Seele möchten entstaubt und befreit werden von den Schlacken des Winters. Die Schöpfung Gottes lässt genau das wachsen, was wir dazu brauchen, zum Beispiel Brennnessel und Bärlauch, die großen Reinigungskräfte des Frühlings. Auch die Fastenzeit lädt uns ein, uns von dem zu lösen, was dem neuen Leben nicht mehr dient. Nehmen wir uns im Alltag etwas Zeit, um auf einem Frühlingsspaziergang oder im stillen Kämmerlein Ausschau zu halten nach dem, was in uns und durch uns erlöst werden möchte. Dann treffen wir bewusst eine Entscheidung, eine Vereinbarung in Liebe mit unserem Gott, dass der Weg zum neuen Leben, das um uns grünt und blüht und dass wir zum Osterfest gemeinsam feiern werden, auch in uns gelingen möge. 
Meist haben unsere Vorsätze eine größere Kraft, wenn sie auch dem Gemeinwohl dienen. 
In diesem Sinne wünsche ich allen ein gesegnetes Erwachen im Frühling.

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„So wie die Nacht flieht vor dem Morgen, so zieht die Angst aus dem Sinn,
so wächst ein Licht, in dir geborgen, die Kraft zum neuen Beginn.“
(Text und Musik: Gregor Linßen)

 

 

 

 

Fröhliche Alltagsspiritualität im Februar

Ein Licht in dir geborgen

Die längste Nacht liegt schon eine ganze Weile hinter uns. Tag für Tag kommt wieder mehr Licht in unser Leben. Und 40 Tage nach Weihnachten, 
am 2. Februar, feiern wir das erste große Lichterfest nach der Menschwerdung Gottes: Darstellung des Herrn – Lichtmess. An diesem Tag werden die Kerzen gesegnet, die uns das ganze Jahr begleiten.
Der Februar ist also ein Monat, in dem wir uns dem wachsenden Licht, dem kommenden Frühling, mit ganzem Herzen zuwenden dürfen. Suchen wir uns doch einmal bewusst ein paar Kerzen aus, die uns durch dieses Jahr begleiten dürfen, und überlegen wir auch, wofür diese Kerzen brennen sollen: 
Eine Kerze für den Frieden, eine Kerze für meine Familie, eine Kerze für…

Suchen wir für diese besonderen Kerzen einen schönen Platz in unserer Wohnung, und sagen wir beim Anzünden auch, für wen das Licht leuchtet. Früher haben die Menschen ein Licht in ihre Fenster gestellt, damit die, die unterwegs waren, wieder nach Hause finden.
Jedes Licht, das wir zum Leuchten bringen, erinnert uns auch an unsere tiefere Aufgabe im Leben, an unseren Platz in der Gemeinschaft, an unser Wirken für das Reich Gottes, an das Licht, das in uns geborgen ist und leuchten möchte.

 

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Wünsche für das neue Jahr

In den Tagen, in denen das alte Jahr ausklingt und das neue Jahr beginnt, haben wir oft viel Zeit, um auf das Vergangene zurück zu schauen und Wünsche für das Kommende ins Leben zu rufen. Was sind die vielen kleinen Wünsche, die wir im Herzen tragen, und wie lautet der große Traum unserer Seele?
Es lohnt sich, unsere Bitten und Wünsche einmal aufzuschreiben und dadurch auch der großen Sehnsucht unseres Lebens nahe zu kommen. Das kann dadurch geschehen, dass wir die drei wichtigsten Wünsche auswählen und sichtbar gestaltet mit in unseren Alltag hineinnehmen. Wir dürfen diese Bitten täglich aussprechen, um ihnen Kraft und Bedeutung zu verleihen.
Verstärkt werden diese Wünsche noch, wenn wir sie mit anderen teilen können:
„Wenn einer alleine träumt, ist es nur ein Traum. Wenn viele gemeinsam träumen, so ist das der Beginn einer neuen Wirklichkeit.“, so lautet ein Liedtext.
Wichtig ist auch, mit welcher inneren Haltung wir unsere Bitten formulieren. Wenn wir nicht glauben, dass sie Wirklichkeit werden können, fehlt das Entscheidende.
Jesus sagt uns zu: „Alles, worum ihr betet und bittet – glaubt nur, dass ihr es schon erhalten habt, dann wird es euch zuteil.“
Dieser Vers steht schön gestaltet mit Fotos auf meinem Schreibtisch, und ich lese ihn immer wieder. Er sagt uns, wie wichtig Dankbarkeit und Vertrauen bei unseren Wünschen sind:
Dankbarkeit für das, was mir das Leben schon geschenkt hat, aber auch das große Vertrauen, dass mir das zuteil wird, was ich brauche.
Wünsche gehen oft nicht so in Erfüllung, wie wir es uns gedacht haben, kommen aber manchmal auf einem anderen Weg zu uns.
Wichtig ist auch, worum sich unsere Wünsche drehen. Wenn sie nur mein persönliches Wohl im Blick haben, sind sie viel zu klein und kraftlos.
Nehmen wir für unsere Wünsche also auch die Welt in den Blick, und bitten wir für das, was die Menschheitsfamilie und die ganze Schöpfungsfamilie braucht.
Jeder Mensch ist eingewoben in das große Netz des Lebens. Wir alle teilen denselben Atem und leben unter der gleichen Sonne. Die Erde ist unser gemeinsames Haus.
In den Tagen, in denen Gott Mensch geworden ist mitten unter uns, dürfen auch wir ganz Mensch werden und dazu beitragen, dass Himmel und Erde sich verbinden zu einer Wirklichkeit der liebevollen Gemeinschaft.